Hockey, Loreley und Kletter-Abenteuer

„Sport verbindet und baut Brücken“ – Dass diese Aussage von Claus Rönsch, Chairman der Tunbridge Wells- Wiesbaden-Vereinigung keine Phrase ist, wurde beim Austausch zwischen den Hockeyspielern aus Royal Tunbridge Wells (RTW) und dem DHC Wiesbaden überdeutlich.

Fünf Tage lang waren zwei U18-Mannschaften aus der Wiesbadener Partnerstadt zu Gast in der Landeshauptstadt, um die Region, aber vor allem die Menschen aus dem Wiesbadener Hockeyverein kennenzulernen, die sie nun im jährlichen Wechsel in Tunbridge Wells und in Wiesbaden begrüßen können.

„Hier wurde der Grundstein für eine Freundschaft gelegt, die sicher noch viele Jahre andauern wird“, betonte Robert Gibson, Mitbegründer der Tunbridge Wells-Wiesbaden-Vereinigung und Vater einer Hockey spielenden Tochter, der gemeinsam mit DHC -Jugendleiter Ersin Yurtöven die Partnerschaft aus der Taufe hob. „Es hat uns hier ausgezeichnet gefallen, wir wurden wie alte Freunde empfangen“, freute sich Gibson über die Gastfreundschaft und das abwechslungsreiche Programm, das gleich am ersten Abend einen Besuch im Ratskeller vorsah, ehe es tags drauf zwei Stockwerke höher richtig offiziell wurde.

Hier begrüßte Stadträtin Gaby Wolf (SPD) die 40-köpfige Gruppe aus England im Namen der Stadt, erklärte den Briten die politische Zusammensetzung der Gremien und zeigte den Gästen das Goldene Buch der Landeshauptstadt, in das sich sehr zur Freude der Engländer auch schon Queen Elisabeth eingetragen hatte.

Ein bisschen mulmig war es den Gästen zumute, als sie nur 90 Minuten später, nachdem sie mit der Nerobergbahn Wiesbadens Hausberg erklommen hatten, vor einer ersten sportlichen Herausforderung standen: Der Klettergarten auf dem Neroberg stand auf dem Programm. „Das ist mehr als eine teambildende Maßnahme, das ist ja eine echte Mutprobe“, stöhnte Gibson angesichts der großen Höhe, in der sich die englischen Hockeycracks nach nur kurzer Zeit befanden. „So etwas kennen wir nicht und es ist interessant zu sehen, wie sehr sich unsere Jugendlichen über diese Attraktion gefreut haben.“ Deren Freude war den Sportlern auch später auf dem Hockeyplatz anzusehen, denn sowohl die Girls (9:0) als auch die Boys (2:0) konnten ihre Spiele gegen die DHC -Mannschaften gewinnen.

Nach einem ausgiebigen Barbecue am Kleinfeldchen wurden die 40 Gäste aus der Grafschaft Kent am nächsten Tag auf den Rhein entführt. In Rüdesheim bestiegen sie ein Schiff und machten sich auf den Weg nach St. Goarshausen, um einmal selbst den Loreleyfelsen zu sehen. Während das „Jungvolk“ später die Rüdesheimer Sehenswürdigkeiten unter die Lupe nahm, ließen es sich die Erwachsenen bei einer Verkostung im Weingut Peter Prasser gut gehen, ehe zwei weitere Hockeymatches beim TSV Schott Mainz auf dem Programm standen, die wiederum von den Engländern gewonnen wurden.

Rein sportlich hatte es der vorletzte Tag in sich. Bereits um 10 Uhr stand die erste Partie beim TV Alzey auf dem Programm. Mit einem Sieg der jungen Ladies und einer knappen Niederlage der RTW-Boys verabschieden sich die Engländer aus der Volkerstadt und machten sich wieder auf nach Wiesbaden, um erneut gegen den DHC anzutreten. Diesmal spielten Jungs und Mädchen gemischt gegeneinander, wobei die Gastgeber mit 4:2 die Oberhand behielten.

„Die Zeit in Wiesbaden war eine sehr schöne, obwohl es für uns schon etwas beschämend war, wie wir empfangen wurden. Die viele Zeit, die für uns geopfert wurde, der Empfang im Rathaus und auch die Wärme der Mannschaften aus Mainz und Alzey. All das hatten wir nicht erwartet“, verneigte sich Robert Gibson vor den DHC -Verantwortlichen, die auch dafür gesorgt hatten, dass ihre Gäste – auch dank der Unterstützung aus Mainz und Alzey – fast rund um die Uhr mit Speis’ und Trank versorgt wurden.

Bereits im nächsten Jahr können sich Robert Gibson und der Hockeyclub Royal Tunbridge Wells revanchieren, reist doch dann der DHC mit seinen weit über 100 Jugendlichen nach Kent, um für eine Woche Land und Leute kennenzulernen.