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RTW-Tour Juli 2008

Wiesbaden hat insgesamt zwölf Partnerstädte. Dazu zählt seit 1989 auch Tunbridge Wells, eine Stadt im Südosten Englands. Der 45000 Einwohner zählende Ort in der Grafschaft Kent kann indes nur eine einzige Partnerstadt aufweisen. Keine Frage, dass man in England immer wieder ganz besonders stolz ist, wenn der Besuch einer Abordnung in die hessischen Landeshauptstadt ansteht.

Im vergangenen Jahr hatte Stadtrat Paul Barrington-King die Idee, im Rahmen des 400-jährigen Jubiläums von Tunbridge Wells die 400 Meilen lange Strecke nach Wiesbaden per Fahrrad zu überwinden. Der Stadtrat setzte sich mit dem Büro für Städtepartnerschaften im Wiesbadener Rathaus in Verbindung, dieses stellte den Kontakt zu den Radsportlern des DHC Wiesbaden her – und schon bald rollte der Tross von der Insel Richtung Wiesbaden. DHC -Präsident Claus Rönsch freute sich so sehr über den Besuch, dass er eine weitere Idee in die Tat umsetzte: Die Gründung einer „ Tunbridge Wells- Wiesbaden-Vereinigung zur weiteren Förderung der Städtepartnerschaft.

„Chairman“ Rönsch organisierte in der Folge ein Cricketturnier zwischen Kindern aus Wiesbaden und dem Tunbridge Wellser Stadtteil Pembury. Auch ein Fußballturnier ging schon in Wiesbaden über die Bühne, das ebenfalls von den britischen Jugendlichen gewonnen wurde.

Nach Radsportlern, Cricketspielern und Fußballern sind nun die Hockeyspieler an der Reihe, den Kontakt zu Tunbridge Wells zu intensivieren. Daher hat es sich die rührige Hockeyfamilie des DHC Wiesbaden zur Aufgabe gemacht, einen regen Austausch mit den Hockeyfreunden von der Insel aus der Taufe zu heben.

Denkbar groß ist schon jetzt die Vorfreude am Kleinfeldchen, denn vom 29. August bis 2. September erwartet der Hockeyclub erstmals zwei Mann-schaften aus Tunbridge Wells. „Wir haben für unsere Gäste ein sowohl kulturell als auch natürlich sportlich interessantes Programm auf die Beine gestellt“, berichtet Abteilungsleiterin Saskia Droscha. In die Planung mit einbezogen waren auch Robert Gibson, Mitbegründer der „ Tunbridge Wells- Wiesbaden“-Vereinigung sowie Mark und Michelle Baldwin vom Tunbridge Wells Hockey Club, die dem DHC im Juni einen Besuch abstatteten.

So stehen neben den Besuchen von Staatskanzlei und Rathaus auch eine Stadtbesichtigung, Ausflüge in den Rheingau, nach Alzey und Mainz auf dem Programm, wobei auch Sport nicht zu kurz kommt. Schließlich werden die englischen Hockeycracks in der Region insgesamt acht Spiele in drei Tagen austragen.

Die Pläne für einen Gegenbesuch im nächsten Jahr sind bereits in trockenen Tüchern. Dann nämlich will der DHC Wiesbaden mit seinen mittlerweile 120 jugendlichen Hockeyspielern nach Tunbridge Wells reisen und für eine Woche die englische Lebensart kennenlernen.

C.R. Außergewöhnliche Gegner hatten die Jugendhockeyteams des TV 1846 Alzey. Zu Gast am Wartberg waren zwei Nachwuchsteams des „ Tunbridge Wells Hockey Club“ aus England, Grafschaft Kent. Über den DHC Wiesbaden waren zwei Spiele kurzfristig vermittelt worden.

Die weibliche Jugend unterlag den Gästen von der Insel mit 2:4. Trotz der körperlichen Überlegenheit der Engländerinnen gingen die Alzeyerinnen durch Tore von Sandra Tubonjic und Vanessa André zweimal in Führung. Sie mussten allerdings auch jeweils den Ausgleich hinnehmen. Anfang der zweiten Halbzeit war die Partie weiter ausgeglichen. Der TVA verpasste drei gute Torchancen. Dann wurde die Kraft knapp und Tunbridge Wells kam zu den entscheidenden beiden weiteren Treffern.

Die männliche Jugend siegte 5:3. Auch die Alzeyer Jungs sahen sich einer körperlich und technisch starken Mannschaft gegenüber, die auch gleich viel Druck ausübte. Doch die TV-Abwehr stand gut. Die 46er erarbeiteten sich durch schnelles Spiel mehrere Torchancen. Drei davon nutzten David Strauß, Peter Meffert und Jonathan Strauß zur 3:0-Pausenführung. In der zweiten Halbzeit ging es flott weiter. Nachdem Peter Meffert von dem gegnerischen Torwart unfair gebremst wurde, nutzte Max Busch den Siebenmeter zum 4:0 aus. Kurz darauf nutzte Tunbridge Wells einen Konter zum 4:1, doch im Gegenzug stellte David Strauß den alten Vorsprung wieder her. In den letzten zehn Minuten verkürzten die Engländer auf 3:5

„Sport verbindet und baut Brücken“ – Dass diese Aussage von Claus Rönsch, Chairman der Tunbridge Wells- Wiesbaden-Vereinigung keine Phrase ist, wurde beim Austausch zwischen den Hockeyspielern aus Royal Tunbridge Wells (RTW) und dem DHC Wiesbaden überdeutlich.

Fünf Tage lang waren zwei U18-Mannschaften aus der Wiesbadener Partnerstadt zu Gast in der Landeshauptstadt, um die Region, aber vor allem die Menschen aus dem Wiesbadener Hockeyverein kennenzulernen, die sie nun im jährlichen Wechsel in Tunbridge Wells und in Wiesbaden begrüßen können.

„Hier wurde der Grundstein für eine Freundschaft gelegt, die sicher noch viele Jahre andauern wird“, betonte Robert Gibson, Mitbegründer der Tunbridge Wells-Wiesbaden-Vereinigung und Vater einer Hockey spielenden Tochter, der gemeinsam mit DHC -Jugendleiter Ersin Yurtöven die Partnerschaft aus der Taufe hob. „Es hat uns hier ausgezeichnet gefallen, wir wurden wie alte Freunde empfangen“, freute sich Gibson über die Gastfreundschaft und das abwechslungsreiche Programm, das gleich am ersten Abend einen Besuch im Ratskeller vorsah, ehe es tags drauf zwei Stockwerke höher richtig offiziell wurde.

Hier begrüßte Stadträtin Gaby Wolf (SPD) die 40-köpfige Gruppe aus England im Namen der Stadt, erklärte den Briten die politische Zusammensetzung der Gremien und zeigte den Gästen das Goldene Buch der Landeshauptstadt, in das sich sehr zur Freude der Engländer auch schon Queen Elisabeth eingetragen hatte.

Ein bisschen mulmig war es den Gästen zumute, als sie nur 90 Minuten später, nachdem sie mit der Nerobergbahn Wiesbadens Hausberg erklommen hatten, vor einer ersten sportlichen Herausforderung standen: Der Klettergarten auf dem Neroberg stand auf dem Programm. „Das ist mehr als eine teambildende Maßnahme, das ist ja eine echte Mutprobe“, stöhnte Gibson angesichts der großen Höhe, in der sich die englischen Hockeycracks nach nur kurzer Zeit befanden. „So etwas kennen wir nicht und es ist interessant zu sehen, wie sehr sich unsere Jugendlichen über diese Attraktion gefreut haben.“ Deren Freude war den Sportlern auch später auf dem Hockeyplatz anzusehen, denn sowohl die Girls (9:0) als auch die Boys (2:0) konnten ihre Spiele gegen die DHC -Mannschaften gewinnen.

Nach einem ausgiebigen Barbecue am Kleinfeldchen wurden die 40 Gäste aus der Grafschaft Kent am nächsten Tag auf den Rhein entführt. In Rüdesheim bestiegen sie ein Schiff und machten sich auf den Weg nach St. Goarshausen, um einmal selbst den Loreleyfelsen zu sehen. Während das „Jungvolk“ später die Rüdesheimer Sehenswürdigkeiten unter die Lupe nahm, ließen es sich die Erwachsenen bei einer Verkostung im Weingut Peter Prasser gut gehen, ehe zwei weitere Hockeymatches beim TSV Schott Mainz auf dem Programm standen, die wiederum von den Engländern gewonnen wurden.

Rein sportlich hatte es der vorletzte Tag in sich. Bereits um 10 Uhr stand die erste Partie beim TV Alzey auf dem Programm. Mit einem Sieg der jungen Ladies und einer knappen Niederlage der RTW-Boys verabschieden sich die Engländer aus der Volkerstadt und machten sich wieder auf nach Wiesbaden, um erneut gegen den DHC anzutreten. Diesmal spielten Jungs und Mädchen gemischt gegeneinander, wobei die Gastgeber mit 4:2 die Oberhand behielten.

„Die Zeit in Wiesbaden war eine sehr schöne, obwohl es für uns schon etwas beschämend war, wie wir empfangen wurden. Die viele Zeit, die für uns geopfert wurde, der Empfang im Rathaus und auch die Wärme der Mannschaften aus Mainz und Alzey. All das hatten wir nicht erwartet“, verneigte sich Robert Gibson vor den DHC -Verantwortlichen, die auch dafür gesorgt hatten, dass ihre Gäste – auch dank der Unterstützung aus Mainz und Alzey – fast rund um die Uhr mit Speis’ und Trank versorgt wurden.

Bereits im nächsten Jahr können sich Robert Gibson und der Hockeyclub Royal Tunbridge Wells revanchieren, reist doch dann der DHC mit seinen weit über 100 Jugendlichen nach Kent, um für eine Woche Land und Leute kennenzulernen.

Impressionen

Tunbridge Wells Hockey Club

"At TWHC we enjoy the development of hockey for all ages and all levels. We have 10 adult teams, 2 vets teams and 10 junior teams."

For more information: www.twhc.co.uk