Ferienprogramm bringt Kindern Feldhockey nahe / Entscheidend sind Geschick und Wendigkeit
Wiesbadener Tagblatt
11. August 2007
Aufgeregte und gespannte Zuhörer hatte wieder einmal der Deutsche Hockey Club Wiesbaden (DHC), der sich schon zum wiederholten Male am Ferienprogramm der Stadt mit zwei Hockey-Workshops beteiligt. So fanden sich dieser Tage denn auch wieder 16 Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren auf dem Naturrasenplatz an der Hollerbornstraße ein, um den Ausführungen der Trainer zu lauschen und die Grundlagen des Hockeysports zu erlernen.
„Und ich dachte, da tut man sich weh“, war die achtjährige Arden ebenso erstaunt wie erleichtert, dass Hockey ein wenig körperbetonter Sport ist. Dass man zum Training und zum Spiel mit robusten Schienbeinschützern und einem Mundschutz ausgestattet ist, erfuhr das Mädchen im Rahmen des Workshops genauso wie die Tatsache, dass sie bei Mannschaftswettbewerben gegen gleichaltrige Mädchen antreten würde.
An den drei Hockeytagen sah das allerdings ganz anders aus: da trainierten und spielten Mädchen und Jungen mit- und gegeneinander, wobei die jungen Burschen am ersten Tag noch ihre körperliche Vorteile ausspielen konnten. Das sollte sich an Tag Zwei aber ändern. Denn da war für die Jungs nach einem abschließenden Match nicht nur wegen der unfreundlichen Witterung Tristesse statt Sunshine Reggae angesagt. Mit 3:1 verließen die jungen Damen als Sieger den Platz und erzählten ihren Eltern stolz von ihrem Erfolg. „Mit Technik und Spielwitz kann man beim Hockey eine ganze Menge reißen. Da spielt es keine Rolle, ob man einen Kopf kleiner und dazu auch noch recht zierlich ist“, erläutert DHC-Abteilungsleiterin Saskia Droscha. „Man muss den Kindern allerdings auch klar machen, dass sie da schon so etwas wie eine Waffe in der Hand haben und verantwortungsbewusst mit dem Hockeyschläger umgehen müssen.“
Diese Verantwortung meisterten alle mit Bravour und auch der Umgang untereinander war schon nach kurzer Zeit von Freundschaft und Fairness geprägt. Da halfen die etwas Talentierteren den Schwächeren und wer mit dem Schlagen, Schrubben, Schieben oder Stoppen noch nicht so hinbekam, wandte sich an die erst neunjährige Laura von den C-Mädchen des DHC, die als „Trainernovizin“ aushalf und mit Rat und Tat zur Seite stand. Zum harmonischen Bild passte es auch, dass über den Workshop hinaus Telefonnummern ausgetauscht wurden, um sich nicht aus den Augen zu verlieren oder sich zu einem gemeinsamen Mannschafts-Training beim DHC zu verabreden.
„Es ist schön zu sehen, wie schnell die Kinder zu einem Team geworden sind. Nach drei Tagen wirkte das nicht wie ein zusammengewürfelter Haufen, sondern vielmehr wie eine Mannschaft, die sich seit schon seit langer Zeit kennt“, freute sich DHC-Vizepräsident Uwe Sponsky über eine weitere gelungene Veranstaltung in seinem Verein, der am Montag, 13. August, wieder an drei Tagen 18 Kindern zwischen zehn und zwölf Jahren erklärt, was es eigentlich mit dem „Indischen Dribbling“ und der „Argentinischen Rückhand“ so auf sich hat.
