Kleine Sportler beweisen großen Teamgeist

Ein klasse Team – die Ferienkinder beim DHC.

Ferienangebot beim DHC Wiesbaden kommt gut an / Begeisterte Jungen und Mädchen lernen Hockey kennen

Wiesbadener Tagblatt

14. April 2007

 

Weiß, klein und rund. Da denkt man doch gleich an das zurückliegende Osterfest und die dazugehörigen Eier – auch wenn der Vergleich mit dem „rund“ ein wenig hinkt. Fragt man jedoch die Jungen und Mädchen, die beim DHC Wiesbaden, wo schon über 100 Kinder und Jugendliche Hockey spielen, am diesjährigen Osterprogramm teilgenommen haben, was ihnen zu „weiß, klein und rund“ einfällt, kommt es wie aus der Pistole geschossen: „Hockeybälle!“

 

An diese kleinen, schweren Bälle, die auch schon mal blaue Flecken verursachen können, sowie die Hockeyschläger und die beeindruckenden Torwartausrüstungen denken die 19 Teilnehmer gerne zurück, die seit Dienstag in der Sporthalle der Geschwister-Scholl-Schule in die technisch äußerst anspruchsvolle Sportart Hockey hineinschnupperten.

 

Bis Freitag durften sich die angehenden Hockeycracks unter der fachlichen Leitung des DHC , der sich nun schon zum dritten Mal mit einem Workshop am Ferienprogramms der Stadt beteiligte, so richtig mit Bällen, Banden und Schlägern austoben, um am Ende der Woche überrascht festzustellen: „So schwer ist das ja gar nicht …“

 

Nachdem den Kindern erklärt worden war, wie das Spiel überhaupt funktioniert, von wo aus Tore erzielt werden dürfen, was beim Umgang mit dem Schläger zu beachten ist und welche Schutzausrüstungen es für den Spieler beziehungsweise den Torwart gibt, ging es gleich zur Sache. Betreut von den lizenzierten DHC -Trainern Saskia Droscha, Stephan Wisseborn, Thomas Schlüter und Ersin Yurtöven rollten in der Folge die Bälle schon nach kurzer Zeit mit einem Affenzahn durch die Halle, was selbst die Übungsleiter in Erstaunen versetzte. „So viele sportliche und talentierte Kinder auf einen Haufen habe ich schon lange nicht mehr gesehen“, freute sich Stephan Wisseborn über die rasche Auffassungsgabe der jungen Sportler. Der erfahrene Trainer war es denn auch, der in der Mittagspause die Essensausgabe übernahm, die Kinder mit Getränken versorgte und sie immer wieder zu Höchstleistungen anspornte. „Viele von ihnen haben das Zeug zu einem guten Hockeyspieler. Schade nur, dass schon so viele in anderen Sportarten aktiv sind.“

 

„Über 20 Grad in der Halle? Warum geht ihr nicht auf den Platz ins Freie“, hätten mehrere Eltern am ersten Veranstaltungstag erstaunt gefragt – angesichts des tollen Wetters zu Recht. Aber für die Verantwortlichen nicht anders zu bewerkstelligen. „Wir haben dem Amt für soziale Arbeit bereits im November unsere Zusage für dieses Projekt gegeben und mussten da schon den Veranstaltungsort benennen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ja keiner wissen, wie das Wetter Mitte April sein wird“, erläutert DHC -Jugendleiter Ersin Yurtöven. „Außerdem – was bei uns übrigens Jahr für Jahr in der Vorbereitung auf die Feldsaison zu erheblichen Problemen führt – war erst im März klar, wann wir unseren Naturrasenplatz am Kleinfeldchen wieder nutzen dürfen. Da war aber auch schon die Broschüre der Stadt draußen. Für einen Ortswechsel zu spät und logistisch nicht zu bewerkstelligen."

 

In der wohl temperierten Halle oblag es schließlich Thomas Schlüter, den Kindern die Regeln der Fairness näher zu bringen und ihnen eindrucksvoll zu erläutern, was es mit gelebtem Teamgeist so auf sich hat. Und so entstand aus den sieben- bis zwölfjährigen Hockeyanfängern binnen vier Tagen eine Truppe, die nicht nur den Umgang mit der kleinen weißen Kugel, sondern auch untereinander nahezu perfektionierte.

 

„Die Kinder müssen langsam an das Spiel herangeführt werden und dabei vor allem Spaß haben“, erläutert Saskia Droscha, die ebenfalls ehrenamtlich ihre Zeit opfert, das Trainingskonzept.„Hockey ist ein sehr erfolgreicher Mannschaftssport, aber leider nicht so bekannt“, betont sie. Daher freue sie sich, dass so viele Kinder die Möglichkeit nutzten, einmal Hockey auszuprobieren.

 

„Natürlich freuen wir uns auch über Neuzugänge“, so Saskia Droscha, aber in erster Linie will sie ebenso wie ihre Mitstreiter den Kindern den Spaß am Sport vermitteln. „Was sie dann aus ihren Erfahrungen machen, liegt an ihnen beziehungsweise ihren Eltern.“

 

Im Sommer übrigens bietet der DHC im Rahmen des Ferienprogramms wieder zwei Workshops an. Die Termine: 6. bis 8. August: (6 bis 9 Jahre), 13. bis 15. August (10 bis 12 Jahre)